Auch ein Profikoch ist vom Ergebnis überraschtEigenmarken von Rewe und Edeka im Test – ist teurer wirklich besser?
Ist die „Beste Wahl“ tatsächlich die beste Wahl?
Supermärkte bieten uns eine reiche Auswahl an Produkten mit vielen schönen Namen. Oft stehen wir vor dem Regal im Supermarkt und überlegen, ob wir uns das teurere Gourmet-Produkt, quasi den guten Namen der Hausmarke, gönnen. Doch ist das überhaupt nötig? Wir haben getestet, ob es sich wirklich lohnt, etwas mehr Geld auszugeben, oder ob man gar keinen Unterschied bemerkt.
Rewe-Eigenmarken im Test – ist „Beste Wahl” besser als das günstige „ja!”-Produkt?
„Wenn man nur die Suppe probiert, merkt man, dass die ein bisschen mehr gewürzt ist“, sagt Koch Michel Fischer, als wir ihm zwei Hühnernudeltöpfe aus der Konserve servieren. Dabei handelt es sich um Eigenmarken von Rewe, einmal das günstige „ja!“-Produkt und einmal die Variante „Beste Wahl“. Diese Suppe ist 40 Cent teurer als die günstige Suppe. Zwar kann der Küchenchef korrekt zuordnen, um welches Produkt es sich jeweils handelt, doch große Unterschiede bemerkt auch er nicht.
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Schon die Abbildungen auf den beiden Dosen sind nahezu gleich. Gleichzeitig ist klar: „ja!“ ist viel günstiger als die „Beste Wahl“. Hier scheint viel Marketing im Spiel zu sein. Und das bleibt nicht die einzige Überraschung im Test.
21 Prozent Preisunterschied bei Eigenmarken – obwohl Produkte vom gleichen Markenhersteller kommen
Manon Sieber, Mitgründerin der App MarkenDetektive, findet das spannend, „weil beide Suppen tatsächlich vom gleichen Markenhersteller kommen.“ Der Preisunterschied liegt jedoch bei 21 Prozent. Verbraucherschützerin Dr. Britta Schautz erklärt: „Man sieht schon, dass sowohl der Anteil an Hühnerfleisch etwas höher ist als auch der Anteil an Nudeln und gleichzeitig verwendet das Produkt „Beste Wahl“ natürliche Produkte wie Pilzpulver oder andere Geschmacksstoffe.“ Diese seien ein kleines bisschen teurer als das günstigere Produkt, das natürliche Aromen einsetze.
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Eigenmarken von Edeka im Vergleich – ist der höhere Preis bei TK-Beeren gerechtfertigt?
Unser Test geht weiter mit Tiefkühlhimbeeren von Edeka. Expertin Schautz dazu: „Wenn man sich das Produkt anschaut, sieht man überhaupt keinen Unterschied. Denn die Nährwerte sind absolut identisch.“ Natürlich könne es sein, dass die Nährwerte berechnet sind. Aber: „Das könnte auch daran liegen, dass es 1a dieselben Früchte aus der gleichen Fabrik sind.“ Ihr sei kein Qualitätsunterschied aufgefallen, der einen höheren Preis rechtfertige. Allerdings sind in unserem Test die günstigeren Himbeeren deutlich schneller matschig geworden, obwohl wir beide Packungen gleichzeitig aus der Kühlung geholt haben.
Im Test beinhaltete ein günstiges Käse-Produkt einen höheren Tierschutz
Beim nächsten Produkt erleben wir wieder eine Überraschung: Gouda von Edeka. Hier sind die Preisunterschiede bei den Eigenmarken sehr deutlich: 99 Cent und 1,79 Euro pro Packung. Pro Kilo ist das ein Unterschied von 3,63 Euro. Auf den Packungen finden wir verschiedene Siegel und lassen uns erklären, was sie bedeuten. Dr. Britta Schautz: „Bei dem Markenprodukt haben wir eine geschützte geografische Angabe, das heißt, ein Verarbeitungsschritt muss in der angegebenen Region erfolgen. In diesem Fall Holland.“
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Beide tragen zudem ein Weideland-Siegel. „Die besagen, dass die Tiere mindestens an 120 Tagen im Jahr für sechs Stunden auf der Weide gestanden haben müssen. Bei dem günstigen Produkt finden wir aber das noch weitreichendere Siegel. Das besagt nämlich, dass zum Beispiel genfreies Futter gefüttert werden muss.“ Das deutlich günstigere Produkt beinhaltet also einen höheren Tierschutz.
Zuletzt testen wir noch Kondensmilch von Rewe, bei der die Variante „Beste Wahl“ 120 Prozent mehr kostet als das „ja!“-Produkt. Profikoch Michel Fischer testet auch diese beiden Artikel für uns. Seine Einschätzung und unser Fazit seht ihr oben im Video!
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


